Sandra Schmid

Seit über 10 Jahren arbeitet Sandra Schmid als Religionslehrerin für die reformierte Kirchgemeinde Arth-Goldau, die ihr dazumal die Ausbildung dafür finanziert hat. Mittlerweile hat sie auch schon für viele andere Kirchgemeinden und auf unterschiedlichen Schulstufen von der ersten Klasse bis in die zweite Oberstufe unterrichtet. Dass sie gerne Religionslehrerin werden möchte, weiss Sandra schon seit ihrer eigenen Schulzeit. Einerseits hat sie positive Erinnerungen an einen ökumenisch geprägten Unterricht, der ihr als junges Mädchen gut gefallen hat. Andererseits hat sie aber auch erlebt, wie sie als Reformierte im Unterricht vom katholischen Pfarrer ausgeschlossen worden ist und erinnert sich noch gut daran, als wie ungerecht sie das damals empfunden hat.
Sandra Schmid

Interview

An ihrem Beruf gefällt Sandra die Arbeit mit den Kindern verschiedenen Alters. Sie freut sich, wenn sie im Unterricht mit biblischen Geschichten arbeitet und dabei erlebt, wie die Kinder Staunen können oder plötzlich ein Aha-Erlebnis haben und eine neue Sichtweise auf die Geschichte gewinnen. Herausfordernd findet sie hingegen, dass der zeitliche Aufwand bei der Arbeit sehr ungleich übers Jahr verteilt ist, vor allem die Schulanfangszeit, die Weihnachtszeit und Ostern sowie den Schulschluss empfindet sie als besonders arbeitsintensiv.

In der reformierten Kirchgemeinde Arth-Goldau freut sich Sandra jeweils besonders auf die beiden Familiengottesdienste, die sie zusammen mit den reformierten Schulkindern der dritten Klasse vorbereiten und mitgestalten kann, auf den Tauffamiliengottesdienst im November und den Abendmahlgottesdienst am Palmsonntag. Zugleich war der Palmsonntag bisher auch immer mit Wehmut verbunden, weil sie sich dann von der Klasse verabschieden musste. Neu ist geplant, dass die reformierten Schulkinder von der vierten Klasse bis in die Oberstufe einmal jährlich freiwillig an einem gemeinsamen Anlass teilnehmen können, so dass die Verbindung bis zum Konfirmandenunterricht nicht vollständig abreisst. Dieses neue Projekt in der reformierten Kirchgemeinde Arth-Goldau wird von Sandra realisiert und sie freut sich auf die Begegnungen mit den Kindern und zwischen den Kindern, die dadurch ermöglicht werden.

Sandra erlebt in ihrem Beruf immer wieder, wie ihre Arbeit wertgeschätzt wird: Eltern bedanken sich und sagen, dass ihre Kinder gerne in den Unterricht kommen. Kinder kommen lachend zur Türe hinein und fragen motiviert: «Was machen wir heute?» Sandra ist es in ihrem Unterricht wichtig, dass sie den Kindern Raum lässt und nicht versucht, diesen den eigenen Glauben aufzuzwingen. Sie sieht ihre Rolle als Religionslehrerin darin, den Kindern das Werkzeug mitzugeben, damit diese zu ihrem ganz persönlichen Glauben finden können. Neben der Toleranz für verschiedene Sichtweisen ist ihr die Offenheit ein wichtiges Anliegen, das sie auch allen interessierten, angehenden oder neuen Religionslehrpersonen als guten Rat mitgeben möchte: «Anstatt alles perfekt zu planen, bleibe spontan, probiere aus, sei offen für Neues und Unvorhergesehenes, verändere dich selbst, finde deinen eigenen Weg und habe ein offenes Ohr für die Interessen und Anliegen der Kinder.»

Fürs nächste Porträt wünscht sich Sandra eine Person, die sich als Freiwillige in der Seelsorge betätigt z.B. in der Sterbebegleitung oder beim Besuchsdienst für ältere Menschen.

Kurzfragen

Was macht dich glücklich?
Meine Familie, meine Freunde und meine Tiere.

Was macht dich wütend?
Mobbing, Gruppenzwang, zur Umwelt keine Sorge tragen.

Welcher Spruch passt zu deinem Leben?
Nicht weil es so schwer ist, wagst du es nicht,
sondern weil du es nicht wagst, ist es so schwer.

Wunsch

Ich wünsche mir, dass wir wieder zu unseren Wurzeln zurückfinden.