Unsere Kirche

„Der Herr ist mein Fels und meine Burg“
Psalm 18,3

Wer den Weg hinauf zu unserer Kirche geht, lässt den Alltag Schritt für Schritt hinter sich. Sanft ansteigend führt der Pfad auf das Guggenhürli – ein Ort mit einzigartigem Charakter. Hier oben wird es ruhiger. Der Blick weitet sich, die Gedanken kommen zur Ruhe, und die Kirche erhebt sich als sichtbares Zeichen von Glauben, Hoffnung und Gemeinschaft.

Seit ihrer Einweihung im Jahr 1900 begleitet unsere Kirche die Menschen der Region durch die grossen und kleinen Momente des Lebens. Hier werden Kinder getauft, Konfirmationen gefeiert, Ehepaare gesegnet und Menschen auf ihrem letzten Weg verabschiedet. Generationen haben hier Trost gefunden, Dank ausgesprochen, gebetet, gefeiert und Gemeinschaft erlebt.

Als denkmalgeschütztes Bauwerk erzählt die Kirche von einer bewegten Vergangenheit. Vor allem aber ist sie bis heute ein lebendiger Ort, an dem Menschen zusammenkommen und ihren Glauben leben.
Unsere Kirche

Der Traum einer eigenen Kirche

Die Geschichte unserer Kirche beginnt mit einem Traum.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die reformierte Bevölkerung in Arth und Goldau stetig. Die Gotthardbahn, die Industrialisierung und die Entwicklung Goldaus zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt brachten Menschen aus vielen Regionen der Schweiz in die Gegend. Für die reformierten Familien bedeutete dies eine neue Heimat, doch ein eigenes Gotteshaus fehlte.

Der Wunsch nach einer Kirche wurde immer stärker. Für die kleine reformierte Gemeinschaft war dies ein mutiges Vorhaben, denn die finanziellen Mittel waren begrenzt. Dank der Unterstützung des Evangelischen Hilfsvereins Zürich und vieler engagierter Menschen konnte der Traum schliesslich Wirklichkeit werden.

1913
Als die Kirche 1900 eingeweiht wurde, ging für die reformierte Gemeinschaft ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung.

Als am 16. Dezember 1900 die Glocken erstmals zum Gottesdienst riefen, war dies weit mehr als die Einweihung eines Gebäudes. Für die reformierten Christinnen und Christen der Region war es ein Zeichen der Hoffnung, der Zugehörigkeit und der Verwurzelung in einer traditionell katholisch geprägten Umgebung.

Schweiss, Schmerz und Stolz

Wer heute die Kirche betrachtet, sieht die mächtigen Sandsteinmauern, die hohen Fenster und den Turm, der über Oberarth wacht. Was man nicht mehr sieht, sind die Menschen, die dieses Bauwerk erschaffen haben.

In erstaunlich kurzer Zeit, in weniger als acht Monaten, entstand hier ein Gotteshaus von beeindruckender Qualität. Hinter jedem Stein standen Arbeiter, Handwerker und Fuhrleute, deren Namen grösstenteils vergessen sind.

Die Bauarbeiten verlangten ihnen alles ab. Es gab keine modernen Kräne, keine hydraulischen Hebegeräte und keine Maschinen, welche die schwersten Arbeiten übernommen hätten. Steine mussten gebrochen, transportiert und von Hand gesetzt werden. Holz wurde bearbeitet, Gerüste errichtet und schwere Lasten unter oft schwierigen Bedingungen bewegt.

Die Arbeit war hart. Sie bedeutete lange Tage, körperliche Anstrengung und nicht selten Schmerzen. Wind, Regen und Kälte machten keine Pause. Trotzdem arbeiteten die Männer mit Ausdauer und handwerklichem Können weiter.

Bau 1900
So könnte der Bau unserer Kirche im Jahr 1900 ausgesehen haben. Da keine Aufnahmen der Bauarbeiten bekannt sind, entstand diese KI-gestützte Rekonstruktion auf Basis der historischen Architektur und der damaligen Arbeitsweise.

Was sie schufen, hat mehr als ein Jahrhundert überdauert.

Wenn heute Sonnenlicht durch die Spitzbogenfenster fällt oder der Blick über das kräftige Sandsteinmauerwerk gleitet, erinnert uns die Kirche auch an jene Menschen, deren Namen nicht auf Gedenktafeln stehen. Ihr Werk lebt weiter. Ihr Schweiss steckt in den Mauern, ihre Kraft in den Fundamenten und ihr Stolz in jedem Stein dieses Hauses.

Kirche und Umgebung

Schon die Lage macht unsere Kirche einzigartig.

Der Weg zur Kirche führt über einen sanft geschwungenen Pfad durch die ruhige Umgebung des Kirchhügels. Die besondere Topografie des Guggenhürli verleiht dem Ort seinen eigenen Charakter und schafft eine Atmosphäre, die viele Besucherinnen und Besucher als friedlich und einladend empfinden.

Ein lebendiger Zeuge der Geschichte ist die mächtige Libanonzeder neben der Kirche. Sie wurde in der Zeit der Gründung gepflanzt und begleitet die Gemeinde seit mehr als einem Jahrhundert. Während Generationen von Menschen kamen und gingen, wuchs auch sie Jahr für Jahr weiter.

Libanonzeder
Seit der Gründungszeit begleitet die Libanonzeder die Kirche und ihre Gemeinde.

Mit ihrer beeindruckenden Grösse steht sie heute als Symbol für Beständigkeit, Wachstum und tiefe Verwurzelung. Ihre ausladenden Äste spenden Schatten, Schutz und erinnern daran, wie eng Natur, Geschichte und Glauben miteinander verbunden sein können.

Die umgebende Parkanlage im Stil eines englischen Landschaftsgartens lädt zum Verweilen ein. Sie unterstreicht die natürliche Schönheit des Ortes und macht den Kirchhügel zu einem kleinen Rückzugsort über dem Alltag.

Architektur

Die Kirche wurde vom Zürcher Architekten Friedrich Wehrli entworfen. Sein Ziel war es, ein Gotteshaus zu schaffen, das Würde, Beständigkeit und geistliche Ausrichtung ausstrahlt.

Bis heute beeindruckt das Bauwerk durch seine klare Formensprache. Die Mauern bestehen aus grossen Blöcken bossierten Sandsteins. Das grob bearbeitete Material verleiht dem Gebäude Kraft und Charakter und verbindet es harmonisch mit der natürlichen Umgebung des Guggenhürli.

Die markanten Strebepfeiler gliedern die Fassaden und verleihen dem Bau seine kraftvolle Erscheinung. Zwischen ihnen öffnen sich hohe Spitzbogenfenster, durch die das Tageslicht in den Kirchenraum fällt. Das Licht verändert sich mit den Tages- und Jahreszeiten und schafft immer wieder neue Stimmungen.

Pfeiler und Spitzbogenfenster
Die filigranen Spitzbogenfenster lassen Licht und Weite in den Kirchenraum strömen.

Die neugotischen Elemente erinnern an die grossen Kirchen des Mittelalters. Gleichzeitig bewahrt das Gebäude eine schlichte Eleganz, die nicht überwältigt, sondern einlädt.

Mehr als 125 Jahre nach ihrer Entstehung wirkt die Kirche noch immer erstaunlich zeitlos. Sie ist Ausdruck handwerklicher Meisterschaft und Zeugnis des Glaubens jener Menschen, die sie einst erbaut haben.

Unsere Kirche heute

Unsere Kirche ist weit mehr als ein historisches Bauwerk.

Sie ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen miteinander feiern, nachdenken, beten und zur Ruhe kommen. Hier entstehen Freundschaften, werden wichtige Lebensabschnitte begleitet und Gemeinschaft gelebt.

Wer die Kirche auf dem Guggenhürli besucht, begegnet nicht nur einem Stück Geschichte. Er begegnet einem Ort, der seit Generationen Hoffnung schenkt und Menschen verbindet.

Die Menschen, welche die Kirche vor mehr als 125 Jahren erbauten, konnten nicht wissen, wie viele Generationen nach ihnen hier beten, feiern und Trost finden würden. Ihr Werk hat die Zeit überdauert. Heute liegt es an uns, dieses Erbe zu bewahren und mit Leben zu füllen, damit die Kirche auch künftigen Generationen ein Ort des Glaubens, der Hoffnung und der Gemeinschaft bleibt.

Infoblock zur Kirche

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