Dominique Schmid

Porträt Nr. 7: Mutter von Tauf-Kind, Dominique Schmid
Dominique Schmid (Foto: DS)

Interview

«Ökumene geht in der Innerschwyz mitten durch die Familien». Mehr als einmal habe ich während meiner bisherigen Arbeit als Kirchgemeinderätin gehört, wie sich unser mittlerweile pensionierter Pfarrer Urs Heiniger so zur Ökumene geäussert hat. Auf meine Familie trifft seine Aussage ganz genau zu. Mein Mann Martin ist in Arth katholisch aufgewachsen. Ich komme aus Biel im Kanton Bern und bin von Haus aus reformiert. Unsere beiden älteren Kinder sind katholisch getauft, das dritte und bald auch das vierte Kind hingegen reformiert. Dass unsere Familie ökumenischer nicht sein könnte, haben wir keinesfalls geplant, es hat sich so ergeben.

Die Taufe von Emma war ein grosses Familienfest. Emma wurde gemeinsam mit zwei Cousinen, den Mädchen von Martins ältestem und Martins jüngstem Bruder getauft. Ohne Frage war die Dreifach-Taufe folglich katholisch. Die grosse Tauffamilie traf sich im Juli 2017 zur feierlichen Tauffeier in der Kirche in Arth. Zwei Jahre später im Juli 2019 fand die Taufe von David statt. Da die Schwester bereits katholisch getauft war, machten wir Eltern uns weiters keine grossen Gedanken, sondern hielten es gleich wie beim ersten Mal. Beide Tauffeiern in der katholischen Kirche in Arth habe ich in schöner Erinnerung. Es war für mich als reformierte Mutter absolut stimmig.

Nach der Geburt von Rahel überkamen mich dennoch Zweifel, ob wir es auch beim dritten Kind gleich wie bisher halten sollten. Bereits seit über sechs Jahren wirkte ich im Kirchgemeinderat der reformierten Kirche in Oberarth mit. Ich fühlte mich der Kirchgemeinde verbunden, kannte und schätzte durch die jahrelange Zusammenarbeit Pfarrer Urs Heiniger und stellte mir vor, dass eine Taufe «in meiner Kirchgemeinde, bei meinem Pfarrer, mit meinen Leuten» für mich etwas ganz Besonderes sein könnte. Mein Mann Martin zeigte sich sofort offen für meine Idee, die Taufe von Rahel in der reformierten Kirche zu feiern.

Eine Taufe ist im reformierten Verständnis nicht eine private, familiäre Angelegenheit, sondern eine öffentliche, welche die ganze Kirchgemeinde betrifft. Ein Kind wird in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen, deshalb findet die Taufe nicht nach dem Gottesdienst, sondern während dem Gottesdienst statt. Es feiert nicht allein die Familie unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sondern die ganze Kirchgemeinde ist eingeladen bei diesem Ereignis dabei zu sein.

Die Taufe von Rahel fand im November 2022 am Taufsonntag im Rahmen eines Familiengottesdienstes statt. Die reformierten Kinder der dritten Klasse hatten sich im Unterricht mit dem Sakrament der Taufe auseinandergesetzt und gestalteten den Gottesdienst zusammen mit der Religionslehrperson aktiv mit. Manche Kinder und Familien kannte ich durch meine Arbeit als Kindergärtnerin bereits, viele weitere Gottesdienstbesucher/innen durch mein Wirken in der Kirchgemeinde. Dass diese vielen Menschen mit unserer Familie feierten und sich mit uns freuten, war für mich zutiefst berührend. Ich spürte und erlebte «Familie hört nicht hinter der eigenen Haustüre auf. Die Kirche als Gemeinschaft ist mir Familie und ein Daheim zugleich».

Im September ist unser viertes Kind zur Welt gekommen. Janik wird am 17. November 2024 wiederum am Taufsonntag in der reformierten Kirche in Oberarth getauft. Ich freue mich, dass unser Jüngster in die Familie der Kirche aufgenommen wird. Und ich freue mich auf alle, die dieses freudige und besondere Ereignis mit uns teilen werden.

Kurzfragen

Was liest du zurzeit?
Die Elternzeitschrift «Fritz und Fränzi»

Welche Person aus der Bibel beeindruckt dich?
Jakob, der mit Gott ringt. (1. Moses 32, 23-33)

Was macht dich glücklich?
Mit Kindern lachen

Wunsch

Ich wünsche mir, dass Vergebung stärker ist als jeder Streit.