Ein besonderer Festtag: Neue Pfarrerin und 125 Jahre Kirche

Ju_2025 (Foto: Groli)


Der erste Adventssonntag 2025 war ein Tag, der Geschichte schrieb. Zuerst die Amtseinsetzung von Pfarrerin Carina Meier, die als erste Pfarrerin unserer Gemeinde ein neues Kapitel aufschlägt. Darauf folgte ein weiterer Höhepunkt: das 125 jährige Jubiläum unserer Kirche Oberarth, ein Fest, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet.

Peter Rytz,

Die feierliche Amtseinsetzung
Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Besucher erlebten einen bewegenden Gottesdienst voller Symbolkraft und Herzlichkeit.

Kirchenratspräsident Peter Dürrenmatt eröffnete den Gottesdienst mit warmen Begrüssungsworten. Er erinnerte daran, dass «jedem Anfang ein Zauber innewohne», und lenkte den Blick auf das Zentrum der Gemeinde, die Kirche selbst: Sie sei aus Stein – stark und solide, aber auch kalt und starr –, lebendig jedoch erst durch die Menschen, die sie tragen. Mittendrin stehe nun, so Dürrenmatt, unsere neu gewählte Pfarrerin, die gemeinsam mit der Gemeinde diesen Raum mit Leben füllen wird.

Die feierliche Amtseinsetzung nahm Pfarrer Klaus Henning Müller, Dekan der Reformierten Kantonalkirche, vor. Dieser Moment machte sichtbar, wie kirchliche Verantwortung, Vertrauen und gemeinsames Tragen zusammenfinden.

In ihrer Predigt nahm Carina Meier Bezug auf das Fenster über dem Kircheneingang, dass die Inschrift trägt: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet“ (Psalm 26,8). Sie erklärte, warum dieser Vers für die Gemeinde und ihr eigenes Wirken von Bedeutung ist – als Ausdruck von Heimat, Glauben und Gemeinschaft.

Hanspeter Kempf, Präsident der Kirchgemeinde Höfe, überbrachte Glückwünsche und betonte die Offenheit, Fachkompetenz und Herzlichkeit von Carina Meier. Damit unterstrich er die Erwartungen, die mit ihrem Amtsantritt verbunden sind.

Der Frauenchor Peppervoices verlieh der Feier mit seinen mehrstimmigen Liedern einen festlichen und zugleich berührenden Klangteppich.

Gemeinschaft und Begegnung im Kirchgemeindehaus
Nach dem abschliessenden Segen zog die Festgemeinde zum Kirchgemeindehaus weiter. Dort empfingen Alphornklänge die Menschen, urtümlich und kraftvoll, wie ein Gruß aus den Bergen. Beim Apéro mischten sich Stimmen, Lachen und Gratulationen. Ein feines Mittagessen mit Dessert rundete den ersten Teil des Tages ab.

125 Jahre Kirche Oberarth
Am Nachmittag versammelte sich die Gemeinde erneut in der Kirche. Ziel war es, nicht nur die Gegenwart zu feiern, sondern auch die bewegte Geschichte dieses besonderen Gotteshauses zu würdigen.

Die Kirche wurde in erstaunlich kurzer Zeit errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 1. April 1900, und bereits am 16. Dezember desselben Jahres konnte die Einweihung gefeiert werden. Erhöht gebaut, thront sie über dem Ort und ist schon von weitem sichtbar – ein bewusstes Zeichen der Präsenz des reformierten Glaubens in einer Region, die damals von katholischer Tradition geprägt war.

Der Architekt Friedrich Wehrli, der für seine solide Bauweise bekannt war, verband traditionelle Formen mit der damals beliebten Neugotik. So prägen neugotische Elemente das Erscheinungsbild der Kirche und verleihen ihr eine zeitlose Würde. Sie ist von einem englischen Garten umgeben, dessen Mittelpunkt die mächtige Libanon-Zeder bildet. Diese Zeder wurde zum Symbol für Beständigkeit und Glauben: tief verwurzelt, mit weit ausladenden Ästen, ein Zeichen für Standhaftigkeit und Hoffnung über Generationen hinweg.

Der Nachmittag war geprägt von Musik, Ansprachen und Erinnerungen, die sich zu einem lebendigen Bild der Vergangenheit und Gegenwart verbanden.

Dann fragte unser Präsident Peter Dürrenmatt: «Was schenkt man einer Kirche?« Diese Frage begleitete den Kirchenrat im Vorfeld des Jubiläums. Ein Bauwerk aus Stein, das seit 125 Jahren über den Ort wacht, sollte etwas Besonderes erhalten – nicht allein etwas Nützliches, sondern etwas, das Würde und Symbolkraft trägt.

Unsere Wahl fiel auf eine Decke für useren Taufstein mit Stickereien der Künstlerin Barbara Wälchli. Sie präsentierte uns ihr Kunstwerk und erklärte ihre Arbeit. Deren Herzstück der „Sonnengesang“ des Franz von Assisi ist – jenes uralte Lied, das Himmel und Erde, Sonne und Mond in ein Lob Gottes verwandelt.

Wie Franz von Assisi in seinem Lied die Schöpfung als Geschwister anspricht – „Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Sonne… Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne…“ – so trägt auch diese Decke die Sprache der Verbundenheit.

Mehr als 800 Stunden Arbeit und die Hilfe vieler Hände waren nötig, um dieses Werk zu vollenden. Jede Naht, jeder Faden ist ein stilles Gebet, ein Ausdruck von Dankbarkeit. So wurde die Decke zu einem würdigen Geschenk.

Zum Schluss traten die Kinder in die Kirche. Sie brachten die Zahl 125, bunt geschmückt mit den Abdrücken ihrer Hände. Kleine Hände, die die Vergangenheit berühren und zugleich die Zukunft formen. Ein Bild voller Lebendigkeit – wie ein Versprechen, dass die Kirche auch für kommenden Generationen Heimat und Glaubensort bleibt.

Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden im Gottesdienst und am Nachmittag, an die Peppervoices, Jonathan Prelicz, die Helferinnen und Helfer beim Apéro und Mittagessen sowie an alle, die zum Gelingen beigetragen haben. Es bleibt ein unvergesslicher Tag!
Bereitgestellt: 09.12.2025     Besuche: 43 Monat
aktualisiert mit kirchenweb.ch             Datenschutz