Herbsttreff ü60 - 12.11.2025

Wilde Zeit (Foto: PR)

Turbulente Zeit vor 150 Jahren
Peter Rytz,
Unser Lokalhistoriker Erich Ketterer hielt einen spannenden Vortrag über die wilde Zeit des Eisenbahnbaus vor 150 Jahren:
Um 1875 standen Arth und Goldau spürbar unter Spannung. Die mächtigen Felsblöcke des Bergsturzes von 1806 lagen noch wie Mahnmale in der Landschaft, doch in den Gassen boomte bereits die Zukunft. Mit der Eröffnung der Arth-Rigi-Bahn hielt die Moderne direkt im Dorfkern Einzug. Gleichzeitig wuchs eine neue große Baustelle. Entlang der Gotthardachse hämmerten Tag und Nacht die Werktrupps, Sprengladungen zerfurchten die Hänge. Die Baracken an den Rändern der Siedlungen füllten sich mit Männern aus dem Tessin und Norditalien, die für die Aussicht auf ein besseres Leben gekommen waren. Im Alltag mischten sich Sprachen, Gewohnheiten und Hoffnungen. In den Wirtshäusern trafen Neugier und Argwohn aufeinander. Nach den Lohnauszahlungen geriet die Nacht bisweilen aus den Fugen – mit Raufereien, Messerstechereien und leider auch Toten. Der einzige Dorfpolizist war überfordert und oft machtlos. Unfälle auf den Baustellen waren an der Tagesordnung und der Einsatz von Dynamit gefährlich. Zugleich erzeugten die neuen Bahnen und der Rigi-Tourismus einen Strudel aus Geschäftssinn, Lärm und Weltläufigkeit. Arth-Goldau wurde zum Eisenbahnknotenpunkt und um den Bahnhof entstand das neue Goldau.
Soviel Geschichte und Ereignisse machen hungrig und alle freuten sich über das feine "Zvieri". Gesprächsstoff gab es viel und so endete der Nachmittag viel zu schnell.
Ein herzliches Dankeschön an Carina Meier, Lidia Dürenmatt, Anita Wilhelm und das ganze Bewirtungsteam.
Bereitgestellt: 13.11.2025     Besuche: 17 Monat
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