Danken, Busse tun und Beten, diese Drei, doch am grössten nebst ihnen ist das TUN

Bettag (Foto: Dominique Schmid)

Am Sonntag, 18. September 2022 wird schweizweit der eidgenössische Dank-, Buss- und Betttag gefeiert.
Dieser kirchliche Feiertag wird in der reformierten Kirche in Oberarth seit einigen Jahren mit einer Gastpredigt begangen. Die Idee bei dieser Tradition ist, dass Menschen im Gottesdienst predigen und so zu Wort kommen, die etwas zu sagen haben, aber eben kein Pfarrer, keine Pfarrerin sind. In diesem Jahr hat Pfarrer Urs Heiniger den Synodalen des Kantons Zugs in der evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS, namentlich Remo Cottiati als Gastprediger eingeladen.
Dominique Schmid,
In seiner Predigt hat Remo Cottiati die Geschichte, Bedeutung und Wirkung des eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags beleuchtet und seine Gedanken dazu anhand der drei Aspekte «Danken, Busse tun und Beten» eindrücklich dargelegt.

Danken – wir haben in der Schweiz guten Grund, dankbar zu sein. Wir leben in einem Land, in dem selbstverständlich scheint, was in vielen Ländern der Welt unmöglich ist. Verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Meinungen dürfen sich frei äussern. Wir geniessen die Freiheit, uns einbringen und uns für eine Sache engagieren zu können, selbst wenn wir eine andere Position vertreten als die Regierung oder manches kritisch hinterfragen. Remo Cottiati ermuntert und fordert dazu auf, dass wir von dieser Freiheit Gebrauch machen, dass wir uns einbringen, engagieren und frei äussern.

Busse tun – anders als man erwarten könnte, verweist der Gastprediger nicht auf das, was wir als Gesellschaft und als einzelner Mensch falsch machen und wofür wir dann Busse tun müssten. Er fragt vielmehr nach dem, was wir nicht tun. «Wofür haben Sie sich im letzten Jahr nicht oder zu wenig eingesetzt?» Die Frage lässt Remo Cottiati bewusst einen Moment im Kirchenraum stehen und regt damit zum eigenen Nachdenken an. Stimmt, vielleicht sind es weniger unsere Fehler, für die wir Busse tun, denn Fehler passieren, wo immer Menschen am Werk sind, das ist menschlich und unvermeidlich. Vielleicht ist es vielmehr unser Nicht-Tun und unser Wegschauen, die wir uns vorwerfen müssten.

Beten – damit eröffnet sich eine weitere Dimension, die über uns Menschen hinaus geht. Auch wenn wir uns engagieren, können wir nicht alles richten. Auch wenn unser Tun wichtig ist, braucht es zugleich auch unsere Demut. Beten bedeutet auch, dass wir anerkennen, auf diese weitere Dimension, auf diesen gütigen Gott angewiesen zu sein.

Mit seinen persönlichen Gedanken zum Dank- Buss- und Bettag, die Remo Cottiati so eindringlich vorträgt, trägt er ganz sicher dazu bei, dass dieser besondere kirchliche Feiertag zumindest in Oberarth nicht wirkungslos bleibt. Er hinterlässt mit seinen Worten einen Eindruck, der ganz sicher seine Wirkung tut in den Zuhörenden. Und wer weiss, vielleicht auch vom Zuhören zum TUN führen wird.

Musikalisch wird der Gottesdienst begleitet von den Männern und Frauen des Jodlerclubs am Rigi, die mit ihren Trachten und volkstümlichen Liedern wunderbar zum Gottesdienst passen und diesem einen würdigen und feierlichen Rahmen geben.
Bereitgestellt: 26.09.2022     Besuche: 30 Monat