Palmsonntag – in grossen Sprüngen auf Ostern zu

Palmsonntag 20220410 (Foto: Dominique Schmid)

Am Sonntag vor Ostern feiert die christliche Gemeinschaft mit Palmsonntag den Einzug Jesus in die Stadt Jerusalem. Der Familiengottesdienst in der reformierten Kirche in Oberarth wird bei diesem Anlass von den Kindern des reformierten Religionsunterrichts der dritten Klasse mitgestaltet. Diese dürfen der versammelten Gemeinde das Abendmahl austeilen und auch selbst daran teilhaben.
Dominique Schmid,
Der Familiengottesdienst verdient diesen Namen am 10. April 2022 sichtbar und merkbar: Bei den über dreissig Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes sind 10 Kinder dabei, fünf davon helfen im Gottesdienst mit. Die ganze Gestaltung der Feier wird auf die Kinder und ihre Familien ausgerichtet: gesungen wird auf Schweizerdeutsch oder auf Hochdeutsch, englische Lieder fehlen heute, die Predigt hält Pfarrer Urs Heiniger in einfachen und auch für Kinderohren verständlichen Worten, Ausgangspunkt für die Predigt bildet dabei ein Bilderbuch, welches die Religionslehrerin Susanne Mühlebach vorgängig erzählt.

Die Bilderbuchgeschichte handelt von einer Maus, die am Teich auf ihre besten Freunde wartet. Hase, Frosch und Schildkröte kommen vorbei und bieten der Maus an, mit ihr zusammen zu warten. Als sich die Maus nach einem schönen, gemeinsam verbrachten Tag verabschieden will, reagieren die anderen Tiere überrascht: «Du wartest doch auf deine allerbesten Freunde? Lass dich doch nicht entmutigen und warte weiter, bis diese da sind.» Darauf die unerwartete Antwort der Maus: «Aber meine besten Freunde sind doch schon da – das seid ihr».

Mit wenigen klaren Worten stellt Pfarrer Urs Heiniger einen Bezug von der Geschichte zum Bibeltext und zum Palmsonntag her. Er schliesst seine Predigt mit den Worten, dass Gott immer an der Seite all jener steht, die den Frieden wollen und sich in Freundschaft verbunden für das Gute einsetzen.

Danach folgt der eigentliche Höhepunkt des Gottesdienstes, das Abendmahl. Alle sind eingeladen an den Tisch der Liebe, jede und jeder ist willkommen, alle die wollen, gehören bei dieser Tischgemeinschaft dazu. Gott gibt seine Gaben, sein Leben und Sterben, Brot und Wein bzw. Traubensaft, damit wir sie in unser Leben hineintragen, denn zum Leben gehört empfangen ebenso wie geben, vergeben gleichermassen wie um Vergebung zu bitten, anderen etwas Gutes zu tun und das Gute im eigenen Leben anzunehmen.

Die Kinder bekommen das Abendmahl zuerst, dann verteilen sie es an den Rest der Gemeinde. Vielleicht ist es nur mir so ergangen, doch ich persönlich habe dieses Abendmahl als ganz besonders feierlich, andächtig, würdig und berührend empfunden. Zu sehen mit welchem Ernst und welcher Freunde die Kinder Brot und Saft entgegennehmen, öffnet mir in meinem Erwachsenendasein den Blick dafür, mich wieder neu über dieses Geschenk freuen zu können und die damit verbundene Botschaft in einer neuen Tiefe ernstzunehmen. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden und ganz besonders an die fünf Kinder, die diesen Gottesdienst zu etwas Besonderem und Einmaligen gemacht haben.
Bereitgestellt: 14.04.2022     Besuche: 26 Monat