Von der guten Ernte und dem guten Umgang miteinander

DSC_1785 (Foto: Ruedi Gantenbein)

Der Familiengottesdienst zum Erntedank macht seinem Namen alle Ehre: von den gut 30 Personen sind 12 Kinder mit dabei. Passend dazu begrüsst Pfarrer Urs Heiniger die Anwesenden mit «Liebe Kinder, liebe Gemeinde». Vor dem Altar liegt die Ernte: Früchte, Gemüse und Selbstgebasteltes, welches die Sigristin Rita Rickenbacher am Vortag mit dem Kinderteam schön arrangiert hat.
Dominique Schmid,
Im Gottesdienst geht es um «Säen und Ernten im weiteren Sinn», um die Früchte, die unser Umgang mit den Mitmenschen trägt. Als Ausgangspunkt und Zentrum der Erntedankfeier dient die «Goldene Regel» aus der Bergpredigt, wie sie im Matthäus-Evangelium niedergeschrieben steht und die meint: «Wenn du weisst, was du gerne hast, dann mache es auch mit den anderen so.»

Mitgestaltet wird der Gottesdienst von den beiden Religionslehrerinnen Heidi Gantenbein und Susanne Mühlebach. Die Geschichte von den Indianerkindern, die in der Prärie Amerikas den Bohnenmäusen ihre Vorratskammern plündern, diese aber zugleich achten und sich mit Mais und Speck bei ihnen bedanken, wird von Heidi Gantenbein lebhaft und berührend erzählt.

In seiner Predigt schlägt Pfarrer Urs Heiniger den Bogen von der Geschichte zurück zur «Goldenen Regel». Die Indianerkinder profitieren von den fleissigen Mäusen, denen das Sammeln der Bohnen einfacher fällt. Doch die Indianerkinder nutzen die Mäuse nicht aus, sie lassen sie nicht ohne Vorräte zurück, sondern tauschen die Bohnen gegen andere Köstlichkeiten aus, so dass beide Seiten bei diesem Tausch letztlich gewonnen haben. Wenn wir so mit unseren Mitmenschen umgehen, respektvoll, fürsorglich, mitfühlend, dann werden zuletzt alle gewinnen – unsere Mitmenschen genauso wie wir selbst.

Zum Schluss des Gottesdienstes sind alle eingeladen, an der Ernte teilzuhaben. Nach dem Ausgangsspiel darf wer will ein Säckchen nehmen und dieses mit Nüssen, Äpfeln, Trauben, Zwetschgen, Kürbissen füllen. Während die Kinder begeistert einpacken, treffen sich die Erwachsenen zu einem kurzen Schwatz vor dem Altar. Mit den Gaben zum Erntedank landet so ein Stück Herbst und auch eine Portion Dankbarkeit in den Küchen und auf den Esstischen der Familien, die heute miteinander gefeiert haben.
Bereitgestellt: 08.10.2021     Besuche: 32 Monat