Palmsonntag der besonderen Art

IMG_7785 (Foto: Thomas Kümin)

Am 28. März hat mit dem Palmsonntag eine besondere Zeit im Kirchenjahr begonnen: die Osterwoche. Unter Jubel und Palmwedeln ist Jesus am Palmsonntag in die Stadt Jerusalem eingezogen, wo er am Karfreitag getötet wird und an Ostern wieder aufersteht – so glauben und feiern es die Christinnen und Christen seither.
Dominique Schmid,
Ein besonderer Tag ist der Palmsonntag auch für Kinder des reformierten Religionsunterrichts im dritten Schuljahr, dieses Jahr gleich in doppelter Hinsicht. Traditionell feiern die Kinder an diesem Sonntag im Familiengottesdienst den Abschluss des Unterrichts und dürfen den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern das Abendmahl darreichen. Dieses Jahr ist alles ein bisschen anders, so wie in den letzten Monaten für Kinder wie Erwachsene vieles anders war. Das Abendmahl wird seit Beginn der Corona-Pandemie und bis auf weiteres nicht ausgeteilt. Und von den zehn Kindern, die sich auf diesen besonderen Tag vorbereitet und gefreut haben, können an diesem Sonntag nur drei dabei sind.

Erst tags zuvor sind in Arth zahlreiche Schulklassen und Lehrpersonen in Quarantäne geschickt worden, darunter auch sieben Kinder, die den reformierten Religionsunterricht in der dritten Klasse besucht haben. Die Kinder und ihre Familien fehlen sichtbar und spürbar. Anstatt den 50 erwarteten Besucherinnen und Besuchern nehmen am Gottesdienst knapp dreissig Personen teil. Darunter auch sieben Konfirmandinnen und Konfirmanden, die vor sechs Jahren «ihren Palmsonntag» gefeiert haben. Sieben, die fehlen und sieben die da sind – ein lustiger Zufall und zugleich ein schönes Zeichen.

Der Altar im Kirchgemeindehaus ist bunt geschmückt mit den Ostereiern, welche die Mädchen und Jungen gestaltet haben. Als symbolischen Akt bringen die drei Kinder für alle, auch für die abwesenden Gspändli, farbige Taschen zum Altar, die den Anblick noch farbenprächtiger machen. Ebenso farbenfroh, wie auch unterhaltsam und inspirierend ist die Geschichte, welche die Katechetin Sandra Schmid erzählt. Im Zentrum der Geschichte steht das Ei – ein Entenei. Was von aussen wie ein toter Stein aussieht, wird plötzlich lebendig als das Entenküken schlüpft und wird so zum Zeichen für die Auferstehung. Pfarrer Urs Heiniger nimmt den Faden auf und bezieht sich in der Predigt auf die Geschichte. So wie das schlüpfende Küken nur ein Symbol und kein Beweis dafür sein kann, dass das Leben stärker als der Tod ist, so lässt sich auch die Auferstehung Jesus nicht beweisen, aber glauben.

Die Fürbitten werden von einem Drittklässler und zwei Konfirmandinnen gemeinsam vorgetragen, anstatt des Abendmahls verteilen die drei Kinder allen ein selbst bemaltes, gut verpacktes Ei und zum Schluss überreicht Sandra Schmid den drei Kindern persönlich und den abwesenden Kindern symbolisch die Abschluss-Urkunde.

Ein besonderer Palmsonntag – für alle Daheimgebliebenen, aber auch für alle, die am Familiengottesdienst dabei waren. Ein schöner, feierlicher, abwechslungsreicher, musikalischer, farbenfroher Palmsonntag. Vieles kommt anders, aber eines bleibt gleich: es tut gut zusammenzukommen und miteinander zu feiern. Hoffen wir, dass es immer öfter wieder so sein kann.
2021 03 28 Palmsonntag
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Fotograf/-in Thomas Kümin
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Bereitgestellt: 31.03.2021     Besuche: 19 Monat