Zusammen feiern, singen, lachen und noch viele andere Sachen

2stehend <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Dominique&nbsp;Schmid)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-arth-goldau.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>313</div><div class='bid' style='display:none;'>3505</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Nach über zwei Monaten wird in der reformierten Kirche in Oberarth am Sonntag 14. Juni erstmals wieder Gottesdienst gefeiert. Die Freude, wieder real zusammenkommen und miteinander feiern zu können, ist gross. Distanz halten und sich doch nahe sein, die Situation ernst nehmen und gleichzeitig darüber lachen können – all das ist möglich und hat in diesem ersten Gottesdienst Platz.
Urs Heiniger,
Anstatt des Pfarrers steht ein Tischchen mit Desinfektionsmittel vor dem Kircheneingang. Jede zweite Bankreihe ist mit elegantem Satinband abgesperrt, die eintrudelnden Kirchgängerinnen und Kirchgänger werden freundlich begrüsst und bestimmt auf die offenen Plätze verwiesen. Die Abstandsregeln werden eingehalten, die Schutzbestimmungen ernst und doch auch humorvoll aufs Korn genommen: Lockere Sprüche - «Müend mir jetzt folge?» oder «Ich bin jetzt da de Polizischt» - sowie Gelächter tönen durch die Sitzreihen, die von gut zwanzig Personen besetzt werden.
Mit den Keyboardklängen des Musikers Markus Wüthrich wird der Gottesdienst feierlich eröffnet. Daraufhin ergreift Pfarrer Urs Heiniger das Wort. Er begrüsst die Anwesenden, erzählt von den unternommenen Aktivitäten, um den Kontakt zur Kirchgemeinde auch in Coronazeiten zu halten, von Telefonaten, Karten und Schoggi-Hasen im Briefkasten, von Gruppenchats, spirituellen Audio-Beiträgen oder Videokonferenzen mit Konfirmanden.
Trotz der räumlichen Distanz während des Lockdowns, ist aus dieser Zeit aus Sicht des Pfarrers auch Positives erwachsen, das durchaus Bestand haben wird. Der Gruppenchat, in welchem sich Kirchgemeindemitglieder und weitere Interessierte austauschen können, ist auf grosses Interesse gestossen, die wöchentlichen Audio-Beiträge haben Zuspruch erhalten und bei Gesprächen am Telefon wurde teils persönlicher berichtet als bei direkten Begegnungen. Und doch, so sein Fazit: «All das ersetzt nie das Zusammensein!»
Bereits in seinen Begrüssungsworten bringt Pfarrer Heiniger eine Haltung zum Ausdruck, die sich als Thema durch den Gottesdienst zieht, indem er seine Hoffnung zum Ausdruck bringt, dass es gut kommt und seinen Dank ausspricht, dass wir vor Schlimmerem bewahrt worden sind. Eine demütige, dankbare Haltung, die sich geradeso auch im Liedtext von Bonhoeffer zeigt, der nun laut und klar durch den Kirchenraum erklingt: «Von guten Mächten wunderbar geborgen, vertrauen wir getrost, was kommen mag, denn Gott ist bei uns am Abend wie am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.» Auch dies eine frohe Botschaft: Es darf wieder gesungen werden in der Kirche!
Bereitgestellt: 18.06.2020     Besuche: 26 Monat